Samstag, 22. Juli 2017

[Rezension] Frédéric Beigbeder - Oona & Salinger


Da bin ich wieder! In den letzten Wochen hatte ich schulisch wirklich viel um die Ohren. Kurz vor den Ferien fand ich dann wieder Zeit für die Lektüre, schnappte mir Oona & Salinger aus dem Regal und beendete es heute, nun da seit einigen Tagen Ferien sind. 

Inhalt
Oona & Salinger ist ein Tatsachenroman, der auf der Romanze zwischen J. D. Salinger (Autor des Romans Der Fänger im Roggen) und Oona O'Neill (Tochter des Dramatiker Eugene O'Neill) basiert. 
Oona und Jerry lernen sich in den 40er Jahren in New York im angesagten Storck Club kennen und beginnen eine Romanze. Doch dann beginnt der zweite Weltkrieg und Jerry geht als Soldat nach Europa und Oona geht nach Hollywood. Jerry schreibt ihr unzählige Briefe, die unbeantwortet bleiben, denn Oona hat sich bereits neu verliebt in den berühmten Schauspieler Charlie Chaplin, welchen sie schließlich heiratet. Jerry jedoch kann Oona nicht vergessen...

Meine Meinung 
Obwohl ich seinen Roman Der Fänger im Roggen gelesen hatte, wusste ich kaum etwas über J. D. Salinger. Auch sein Bestseller hat mir nicht so gefallen, wie allen anderen Menschen, die ihn lasen, jedoch umso mehr der Film 39.90, der auf einer Romanvorlage von Frédéric Beigbeder basiert. Amerikanische Kultur- und Prominenzgeschichte der 40er und 50er Jahre von Beigbeder? Das kann doch nichts schlechtes sein! Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. 

Beigbeders Tatsachenroman ist gut recherchiert. Es werden nicht nur Infos über die amerikanische Prominenz eingebaut, sondern auch Hintergrundwissen zum 2. Weltkrieg, dem Holocaust und den amerikanischen Soldaten, die nach Europa gingen, um den Kontinent von den Nazis zu befreien. Das sieht man auch daran, dass am Ende ein Literaturverzeichnis angegeben ist.

Unterhaltsam und berührend ist der Roman auch. Beigbeder wechselt die Perspektiven, kommt selbstironisch zu Wort und zieht sich wieder zurück, wenn er die Protagonisten in ihrer Liebes- und Kriegsgeschichte sprechen und handeln lässt. Ich konnte mich sehr gut einfühlen und wollte unbedingt weiter lesen. Langeweile kam beim Lesen nie auf.

Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass der Roman eine Ode an die Jugend ist: Jerry ist ein paar Jahre älter als die 15-jährige Oona, als sie sich kennen lernen. Oona betont immer wieder, dass sie noch jung und dumm sind. Charlie Chaplin heiratet Oona, seine jugendliche Frau, als er bereits im besten Alter ist und profitiert von ihrer Jugend. Im Krieg sterben junge Soldaten auf allen Seiten. Sie lassen ihr Leben, ihre Jugend für nichts und sterben sinnlos in einem Krieg für den sie nichts können.

Beigbeder erzählt mit Oona & Salinger eine reale Liebesgeschichte sowie eine Antikriegsgeschichte und gibt Einblick in die Glamour-Welt der 40er Jahre. Es ist ihm bestens gelungen, mehrere Themen miteinander sinnvoll zu verweben und ich habe den Roman sehr gerne gelesen.

4 von 5 Sternen



Im September 2017 kommt in den USA übrigens ein Film heraus, der u.a. diese Beziehung thematisiert. Er heißt Rebel in the rye und basiert auf einem anderen Buch über Salinger: J. D. Salinger - A life. In dem Film geht es hauptsächlich um Salinger, seine Jugend, seine Zeit im Krieg, seine Beziehung zu Oona und seine Veröffentlichung von The catcher in the rye.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Dieses Buch wollte ich auch schon einmal lesen, ich erinnere mich daran, dass es mir im Zusammenhang mit "Der Fänger im Roggen" untergekommen ist. Damals hatte ich nur keine Zeit, weil die Seminararbeit zum Thema "digitaler Feuchtesensor" fertigwerden musste ... Und dann hab ich es wohl vergessen, weil leider nicht notiert. Aber gut, dass ich jetzt die Rezi bei dir gelesen habe :).

    Liebe Grüße
    Marie

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  2. Das klingt wirklich nach einem schönen Buch. Danke für den Tipp!
    Herzliche Grüße,
    Eva

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